Die geometriebasierte Kalkulation unterstützt jetzt auch Mehrkomponenten-Werkzeuge. Für 2K- und 3K-Teile werden Bauteilvolumen, Angusssystem und Kavitätenzahl je Komponente getrennt ausgewertet und anschließend zu einem gemeinsamen Zyklus zusammengeführt. Werkzeug- und Stückkosten bleiben dabei wie gewohnt getrennt ausgewiesen.
Bei einem Einkomponenten-Teil folgt die Kalkulation einer geraden Linie: Bauteilvolumen, Materialeinsatz je Schuss, Zykluszeit, Maschinenstundensatz, Kavitätenzahl — fertig. Bei 2K und 3K gilt diese Rechnung pro Komponente, und die Komponenten teilen sich Werkzeug, Maschine und Zyklus. Daraus entstehen drei Stellen, an denen die gewohnte Rechnung nicht mehr trägt.
Die erste sind zwei Materialien mit einem Schuss: Hart- und Weichkomponente haben unterschiedliche Dichten und Kilopreise, der Materialeinsatz muss also je Komponente aus dem jeweiligen Teilvolumen entstehen und nicht aus dem Gesamtvolumen mit einem Mischpreis. Die zweite sind unterschiedliche Kavitätenzahlen — vier Kavitäten für die Hartkomponente und vier für die Weichkomponente sind eben nicht dasselbe wie acht Kavitäten, und wer das gleichsetzt, rechnet den Stückpreis systematisch falsch. Die dritte ist der Zyklus: Er richtet sich nach der langsamsten Komponente, denn die zweite Einspritzeinheit läuft nicht kostenlos nebenher. Kühlzeit, Dreh- oder Indexbewegung und Entformung bestimmen gemeinsam, wie viele Teile pro Stunde entstehen.
Was jetzt in die Kalkulation einfließt
Aus der Geometrie wird das Teilvolumen je Komponente ermittelt, jeweils mit eigenem Werkstoff und eigenem Kilopreis. Das Angusssystem fällt zweimal an und wird auch zweimal bewertet. Die Kavitätenzahl wird je Komponente geführt und wirkt getrennt auf Werkzeugkosten und Stückpreis. Als Grundlage der Maschinenkosten dient die Zykluszeit des Gesamtwerkzeugs, nicht die Summe zweier Einzelzyklen. Und die Werkzeugkosten bilden den höheren Aufwand eines Dreh- oder Indexwerkzeugs ab, weiterhin getrennt vom Stückpreis ausgewiesen.
An der Grundlogik ändert sich nichts: Werkzeug und Teil bleiben getrennt, damit Ihr Kunde sieht, was einmalig anfällt und was pro Stück. Neu ist, dass beide Seiten der Rechnung die zweite und dritte Komponente sauber abbilden.
Warum 2K-Anfragen bisher liegen bleiben
In vielen Betrieben landen Mehrkomponenten-Anfragen auf dem Stapel des erfahrensten Kalkulators — und der hat selten Zeit. Das Ergebnis ist nicht ein falscher Preis, sondern eine späte Antwort. Wer auf eine 2K-Anfrage erst nach zehn Tagen reagiert, ist oft schon aus dem Rennen, unabhängig davon, wie gut der Preis gewesen wäre. Genau dafür ist die Erweiterung gedacht: Die Vorarbeit — Volumen je Komponente, Materialeinsatz, Zyklus- und Werkzeugansatz — entsteht automatisch, der Kalkulator prüft und entscheidet, statt zuerst eine halbe Stunde lang Geometrie auszumessen.
Im Angebot bleibt die Trennung zwischen Werkzeug und Teil bestehen, kommt aber differenzierter heraus. Ihr Kunde sieht die einmaligen Werkzeugkosten, den Stückpreis bei der angefragten Losgröße und auf Wunsch, wie sich der Stückpreis bei anderen Stückzahlen verhält. Das ist bei 2K-Teilen besonders nützlich, weil der Werkzeuganteil höher liegt und die Losgröße den Preis stärker bewegt als bei einfachen Teilen. Jede Position bleibt dabei nachvollziehbar: welcher Werkstoff mit welchem Preis angesetzt wurde, welche Zykluszeit unterstellt ist und welcher Maschinenstundensatz gerechnet wurde — das hilft im Gespräch mit dem Kunden und später in der Nachkalkulation.
Häufige Fragen zur Mehrkomponenten-Kalkulation
Welche Werkzeugarten werden unterstützt?
Die Rechnung setzt an der Geometrie und an Ihren hinterlegten Sätzen an, nicht am Werkzeugtyp. Ob Dreh-, Index- oder Umsetzverfahren — entscheidend ist, dass die Komponenten im Modell getrennt vorliegen. Ob das bei Ihren Teilen der Fall ist, sehen wir uns in der Demo an Ihrem eigenen Bauteil an.
Was, wenn Hart- und Weichkomponente aus einem gemeinsamen Modell kommen?
Dann werden die Volumina getrennt ermittelt, sofern die Komponenten als eigene Körper vorliegen. Liegt nur ein verschmolzener Körper vor, können die Anteile manuell gesetzt werden — der Rest der Rechnung läuft dann wie gewohnt weiter.
Gelten unsere eigenen Maschinenstundensätze?
Ja. Maschinenstundensätze, Rüstzeiten, Werkstoffpreise und Zuschläge kommen aus Ihrem Betrieb. QuoteFlow bringt keine Branchenwerte mit, die dann doch nicht zu Ihrem Maschinenpark passen — nachzulesen unter Ihre Preisregeln hinterlegen.
Ändert sich etwas für Einkomponenten-Teile?
Nein. Die bisherige Rechnung bleibt unverändert; die Mehrkomponenten-Logik greift nur, wenn mehrere Komponenten vorliegen.
Bringen Sie eine echte 2K-Anfrage der letzten Wochen mit, dann rechnen wir sie in zwanzig Minuten gemeinsam durch — an Ihrem Teil statt an einem Beispiel. Mehr zur Kalkulation in dieser Branche steht auf der Seite Spritzguss. Termin anfragen oder direkt anrufen unter +49 1578 5515716.